Ausflug des Club 96 ins RollsRoyce-Museum Dornbirn

9. Juni 2017

Erneut wurde den Mitgliedern des „Club 96“ ein sehr attraktiver Ausflug geboten: Wir besuchten das weltweit grösste RollsRoyce-Museum im grenznahen Dornbirn inkl. einer sehr interessanten Führung durch das 3stöckige Ausstellungsgebäude plus Apéro und Whisky-Degustation . Anschliessend  genossen wir ein feines Nachtessen mit typisch österreichischen Speisen im wirklich sehr schönen Stadtkern von Dornbirn. Und der obligate Abschlussdrink bei Mira durfte natürlich auch nicht fehlen…..:-)

Am 9.6.2017 war es wieder soweit: Ausflug mit dem Club 96, dieses Mal ins RollsRoyce-Museum nach Dornbirn.

Pünktlich trafen sich alle Angemeldeten im „Gartenrestaurant“ des Migrolino, Bahnhof Oberi und Präsi/Reiseleiter Fredi Herzog konnte schon sein erstes Kreuz auf der Checkliste eintragen. Trotz all seiner Warnungen, dass unser „Büssli“ kein WC habe, genehmigten sich die meisten Clubber noch ein kühles Bier, das ja bekanntlich nicht ganz unverantwortlich für baldiges Wasserlösen ist. Wie von ihm vorausgesagt, erreichten wir mit unserem Chauffeur Ueli Flach nicht mal die Grenze zu Österreich, wurde der dringliche Wunsch eines Mitfahrers nach einem Pinkelhalt laut. Beim Stopp an einer Raststätte über dem Bodensee stieg dann aber nicht nur einer aus …

Trotz oder wegen dieses nicht vorgesehenen Boxenstopp (ohne Luder …) konnten wir bis Eingangs Dornbirn unseren Zeitplan einhalten. Danach gerieten wir aber in einen Feierabend-, Freitagabend- oder ganz einfach SchweizerGrenzTouristen-Stau, der ein verspätetes Eintreffen beim Museum verursachte. Dort, in einer ehemaligen Spinnerei, in der Rappenlochschlucht ausserhalb von Dornbirn gelegen, erwartete man uns schon und der letzte Club-96er, Rolf Meury, vom oberen Zürichsee angereist, vervollständigte unsere Truppe.

Unsere Befürchtung, dass der angekündigte Begrüssungs-Apéro unserer Verspätung zum Opfer fallen würde, traf zum Glück nicht ein. Nein, die netten Damen vom Empfang servierten uns einen Prosecco und beim gegenseitigen Zuprosten, begrüsste uns Herr Hans Schulz mit der Frage, wer denn wisse woher der Name RollsRoyce komme. Natürlich konnte ihm keiner von uns diese Frage beantworten oder wollten wir ihm einfach nicht den Spass der Spannung verderben?

So erfuhren wir, dass ein genialer Elektriker Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Namen Frederic Henry Royce auf Geheiss seines Arztes seine Kundenbesuche nicht mehr mit den unbequemen und ungesunden Kutschen machen sollte, sondern sich doch ein Vehikel, welche bereits in Frankreich mit Motoren angetrieben werden, bauen solle. Diese Idee setzte er akribisch um und fuhr bald mit einer motorisierten „Kutsche“ zu seinen Kunden.

Erst als der Unternehmer, Charles Stewart Rolls, der um 1900 in London belgische und französische Fahrzeuge verkaufte, ein englisches Vehikel bauen wollte und einen geeigneten Mann dafür suchte, war die Fusion Rolls-Royce (im Folgenden mit RR bezeichnet) perfekt und der Name dieser prestigeträchtigen Karosse geboren.

Ein weiteres Rätsel, das der Museumsführer uns aufgab, war wieso sich denn die Kühlerfigur (Spirit of Ecstasy) in beide Richtungen drehen liesse. Die Antwort sollten wir am Ende des Besuches erhalten, falls nicht vorher einer von uns darauf kommt …

Herr Hans Schulz  zeigte uns mit viel Sachverstand (er war früher Pilot, kennt die Technik des RR aus dem FF und, und, …) die grosse Anzahl von RR, die vor allem aus der Zweit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg stammen (Modellbezeichnung Phantom I, II und III).

Im Erdgeschoss erhielten wir einen ersten Eindruck vom Schaffen von RR, vor allem erfuhren wir, dass sich RR nach den ersten Erfahrungen schliesslich auf die Konstruktion des Chassis, des Motors und des Antriebs spezialisierte und die Innenausstattung, Carrosserie und Verdeck anderen Spezialisten überliess. Dazu zeigte er uns ein entsprechendes Basismodell.

Das Highlight war dann aber das 1. Obergeschoss, auch Hall of Fame genannt. Hier standen in Reih und Glied wirklich einige Unikate. Nicht ohne Stolz erzählte uns Herr Hans Schulz, wieviel Aufwand und Ausdauer es vom Initianten des Museum, Herr Franz Vonier, der leider am 28.5.2017 im Alter von 74 Jahren verstorben ist, gebraucht hat, um diese Perlen von RR zu bekommen.

Franz Vonier war in jungen Jahren viel auf Reise in ganz Europa und interessierte sich schon früh für die Fahrzeuge von RR. Durch seine Reiserei hatte er viele wertvolle Kontakte, die ihm später bei der „Suche nach RR-Raritäten“ zu Gute kam. Im Jahre 1969 begann er mit Anfertigung von RR-Einzelteilen und verschaffte sich bald einen Namen auf der ganzen Welt. 1971 nach einem Treffen in Wien kam ihm die Idee von einem RR-Museum, welche er aber erst im Jahre 1999 ausserhalb von Dornbirn in der ehemaligen Spinnerei Hämmerle realisieren konnte.

Nach diesem Exkurs über den Gründer und Besitzer des Museums zeigte uns dann Herr Hans Schulz    die erwähnten Einzelstücke, wie den Safari-Tourenwagen von King George V, die Limousine von King Edward VIII, den Landauer von QueenMum, den sportlichen Phantom II von Prinz Aly Khan, den blauen RR von Malcolm Campbell, den Paradewagen von Diktator Franco, das Privatfahrzeug von F.H. Royce und den RR aus dem Film Lawrence of Arabia, usw.

Erschlagen von den vielen Eindrücken konnten wir dann noch den Restaurationsbetrieb im 2. Obergeschoss besichtigen, wo wir einerseits noch die Antwort auf die „Drehfrage“ der Kühlerfigur erhielten (damit beim Öffnen des Kühlers die Figur nicht beschädigt wird, muss sie vorher gedreht werden – ob nach links oder rechts spielt keine Rolle) und andererseits noch 2 verschiedene Whiskys zur Degustation erhielten – was nicht jedermanns Sache war …

Zum Abschluss erteilte uns der Museumführer die Note 1 (= Note 6 in der Schweiz …) für ein sehr interessiertes Publikum!! Diese Benotung konnten wir zurückgeben – besten Dank.

Trotz der interessanten Führung und den eindrücklichen Fahrzeugen spürte männiglich eine grosse Lust nach einem kühlen Bier. Diese sollte, dank der rassigen Fahrweise von Ueli, bald im autofreien Zentrum von Dornbirn gestillt werden können.

Nach der Bierverköstigung an der Bar auf dem Marktplatz nahmen wir im Gartenrestaurant (dieses Mal ein richtiges …) des geschichtsträchtigen Restaurant Rotes Haus unsere Plätze ein und wurden schon bald vom sympathischen Servierpersonal verwöhnt. Natürlich bestellten wir die typisch österreichischen Speisen (Wienerschnitzel, Tafelspitz, usw.) und sollten nicht enttäuscht werden.

Die Heimfahrt ging dann zügiger als die Hinfahrt vonstatten, weshalb die meisten noch Zeit für einen „Schlummerbecher“ bei Mira fanden.

Herzlichen Dank an Fredi für die Organisation dieses tollen Anlasses und Ueli Flach für die zielstrebige und sichere Fahrweise.

Der Neo-96er

Werni Christen

PS für RR-Insider:
ein No-Go wäre, wenn du als Käufer nach dem Preis fragst (man wählt das Modell aus und übergibt dem Verkäufer einen Blankoscheck) oder hoch der Verbrauch ist (man fragt höchstens, wie weit ein voller Tank reicht) – in den Kriegszwischenjahren war auch die Frage, ob er über die Alpen fährt, eine häufige, weil damals das Kühlwasser und die Strassenbeschaffenheit die grössten Probleme waren.